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INFOTEXTE, PRESSE, FOTOS
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| Unwirkliche Verzerrungen Norbert Matzdorf zeigt am Computer verfremdete Kunst Von Evelin Oertelt (Westfälischer Anzeiger 23. 8. 2005) Norbert Matzdorf präsentiert sich als erster der "vier fantastischen" Künstler (neben Klaus Marquas, Katharina Krzoska und Heike Feddern) mit 50 digitalen Werken neueren Datums in der "Kabinett Galerie". Vorwiegend surreal verfremdet, ist thematisch fast alles vertreten: Von "A" wie "229 Arschgesichter" über "Borussias Niederlage" (natürlich in Schwarz Gelb gehalten), einen "Catfish" und das "Dachau Memorial" bis hin zu "Z" wie "Zorros Maske", die feminine Züge und ein grellrotes Lippenstift-Lächeln trägt. Alle Exponate sind zum Teil zufällig auf der Basis von Collagen entstanden, die im Computer verschiedenen Prozessen unterworfen wurden. Gequirlte, gedoppelte, sich windende Strukturen und unwirkliche Verzerrungen überlagern sich zu optischer transparenter Dreidimensionalität. Sie ziehen die Blicke in die Tiefe und spielen rnit der Fantasie des Betrachters. Einige wirken nicht zuletzt durch assoziative Titel wie geheimnisvolle Bilderrätsel, die auf ihre Entschlüsselung warten, andere lassen schmunzeln. Da zeigen sich die "letzten Bewohner des Waldes" als durchscheinende Menschen-Dubletten, werden Wesen "komponierf' und kopiert oder "eine Regierung der Flachköpfe" wellig verfremdet zur Schau gestellt. Deutlich spricht der gesellschaftskritische Aspekt aus vielen Werken Matzdorfs, dessen dirigierende, oft karikierende Hand gelegentlich auch Dinge "zurechtrückt", indem sie sie auf den Kopf stellt. Den rund 40 Besuchern der Ausstellungseröffnung gaben sowohl Galerist Frank Gravemeier als auch der Künstler selbst Informationen zu den Werken und ihrem aufwändigen Herstellungsverfahren. |
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| Norbert Matzdorf zeigt in der "Kabinett Galerie" per Computer verfremdete Collagen - Foto: Oertelt |
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| Freisetzung innerer Bilder "Ich selbst entdeckte den Computer bereits 1988 als ein künstlerisches Ausdrucksmittel. Beruflich hatte ich den Computer bereits zur Gestaltung von Werbemitteln und für Illustrationen verwendet. 1999 waren für mich die technischen Möglichkeiten von Software und Hardware ausreichend entwickelt, und mittels Digital-Kamera, Scanner, Computer und Großformat-Drucker entstanden die ersten Digital-Drucke. In der Folgezeit begann ich mich sehr intensiv mit den verschieden Möglichkeiten zu beschäftigen. Der Beginn eines nie endenden Lernprozesses. Ich nahm mir die Zeit, eigene Themen zu visualisieren. Dabei ist die realistische Abbildung meiner Umgebung nie mein Ziel. Ich versuche bei meinen Bildern stets das Gesehene mit dem Wahrgenommenen zu verbinden, Eindrücke und Gedanken sichtbar zu machen. Ich arbeite mit Fotos, die ich zerschneide, neu zusammenfüge, durch bildeigene und bildfremde Elemente ergänze und durch verschiedene Filterungsprozesse zu einer völlig neuen Bildaussage transformiere. Meine Themen sind dabei zwischenmenschliche Beziehungen, Befindlichkeiten und gesellschaftliche Zustände oft in einer humorvollen Sichtweise. Ähnlich wie die Surrealisten und auch einige abstrakte Maler, bevorzuge ich für meine kreativen Prozesse die Technik des Automatismus zur Freisetzung meiner inneren Bilder. Teilweise auf Zufall beruhend, ist das Ergebnis hoffentlich dennoch eine individuelle und aussagekräftige Arbeit." Norbert Matzdorf |
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| Einführung von Eckart Wendler zur Ausstellung "Die Lust zu leben" von Norbert Matzdorf in der Stadthausgalerie am 23. Juni 2002 Meine sehr verehrten Damen und Herren, in einer Zeit, in der Künstler drei kleine Brettchen - ein rotes, ein blaues und ein gelbes - an eine 20 m lange und 5 m hohe weiße Museumswand hängen und dazu eine großartige kosmologische Theorie mitliefern, ist ein Mensch wie Norbert Matzdorf eine angenehme Ausnahmeerscheinung: keine großen Worte aus Philosophie oder Theologie, sondern eine auffallend menschliche Bescheidenheit, dafür aber umsomehr künstlerische Potenz und eine fast grenzenlose Kreativität. Der Begriff der Kreativität wird in meinem kleinen Vortrag mehrmals auftauchen. Der heutzutage vielbenutzte - eigentlich überstrapazierte Begriff entstammt einem Bereich, der mit Kunst nichts zu tun hat. Die Herren Guilford und Lowenfeld entwickelten eine Kreativitätstheorie, um Wirtschaftsunternehmen zu helfen ihre Produktivität zu steigern. Die einzelnen Aspekte dieser Lehre wurden dann von der Pädagogik, speziell von der Kunstpädagogik übernommen. Die Kunstpraxis entspricht aber merkwürdigerweise oft gar nicht den Fordeungen der Kreativität. Die meisten Künstler machen ihr Leben lang das gleiche Zeug, wenn sie sich ersteinmal auf ihren sogenannten "eigenen Stil" festgelegt haben. Und da, wo man dem Innovationsprinzip - einem wesentlichen Teilaspekt der Kreativität - folgt, mangelt es dann der Kunst an künstlerischer Qualität. Bei Norbert Matzdorf verhält es sich anders. Er scheint mir im echten Sinne unerschöpflich kreativ und dabei künstlerisch eigenständig zu sein, und seine Arbeiten haben Qualität. Auch er hat im Laufe der Jahre einen eigenen und eigenartigen Stil ausgeprägt, innerhalb dessen er jedoch ständig experimentiert und Neues erfindet. Selbst Flexibilität - eine andere Forderung, die an den kreativen Mitarbeiter einer Firma gestellt wurde und hinter der eigentlich das Prinzip der Belastbarkeit und der Ausbeutbarkeit des Mitarbeiters steckte, trifft auf Matzdorf zu: sich auch in schweren Lebenslagen zu helfen zu wissen, darum geht es. Norbert Matzdorf hat zusammen mit seiner Frau so manche schwere Lebenssituation gemeistert. Er ist nicht der an der Gesellschaft scheiternde Künstler, das einsame Genie - wie im 19. Jh., sondern ein moderner Mensch, der die Möglichkeiten unserer Zeit - auch die technischen - erfolgreich nutzt und sich eine wirtschaftliche Existenz aufgebaut hat, die ihm relative Unabhängigkeit gewährt. Es ist ihm gelungen, die freie Kunst mit dem Broterwerb zu verbinden, dem Bereich des Grafik-Design. Seine Werbeprodukte sind genauso exzellent wie die künstlerischen. Sein Umgang mit dem Computer überzeugt genauso sehr wie die freie künstlerische Arbeit. Dabei erliegt er nicht der Versuchung. Kunst mit dem Computer zu machen. Seine Kunst ist Handarbeit - Handwerk. Da wird gezeichnet, ausgeschnitten, aufgeklebt. Da werden die unterschiedlichsten Materialien verwendet. Norbert Matzdorf erfindet sowohl hier wie da am laufenden Band. Seine lnternet-Seiten sind von hohem ästhetischen Wert und voller überraschender Einfälle - wie seine Bildwerke. Das alles ist in einer Zeit voller Opfer und Entbehrungen erarbeitet worden. Möglicherweise hat sich die Arbeit als Designer auf seine Kunst insofern befruchtend ausgewirkt, als man hier nicht pfuschen und falsche Tatsachen vortäuschen kann. So hat sich eine Bildkunst auf der Grundlage von Fleiß, Können und Auseinandersetzung mit den Materialien entwickelt. Norbert Matzdorf gehört nicht zu jenen Künstlern, die ihre Laufbahn sofort mit dem Endstadium einer Entwicklung beginnen - wie dies bei so manchen erfolgreichen Künstlern heute der Fall ist. Dabei verfolgt er einerseits seinen eigenen inneren Weg, schafft aber andererseits keineswegs aus dem Nichts, sondern weiß die vielen Anregungen zu nutzen, die er aus dem Werk anderer Künstler empfängt. So findet man in seinen Arbeiten Hinweise auf Klee, Miro und Max Ernst. Da tauchen z.B. Vögel auf, wie wir sie in der Zwitschermaschine Paul Klees oder im "Vogeldenkmal" von Max Ernst vorfinden. Aber er macht etwas Eigenes daraus. Die konsequente Flächigkeit, die bildartige Anordung der Formen und die malerische Gestaltung mit zeichnerischen Mitteln - eine Technik, die teilweise aus einer gewissen Notsituation geboren wurde, das sind ganz eigene, für ihn typische Gestaltungsmerkmale. Man beachte auch die wunderbar gestalteten Linien, die seine Gegenstände umfassen. Seine Farben sind oft bunt, fast grell - ohne jedoch flach zu sein! Eine gewisse Volkstümlichkeit, ein folkloristisch - ornamentales Moment kommt zum Ausdruck, eine Lebensfreude - manchmal kindlich wirkend, jedoch gepaart mit einer aberwitzigen Hintersinnigkeit. Seine kritische Einstellung zu heutigen gesellschaftlichen Entwicklungen und Erscheinungen führt nicht zu einer gesellschaftskritischen Kunst, sondern seine Stellungnahme ist ironisch-satirisch. Hinter der folkloristischen Buntheit verbirgt sich durchaus auch Leiden und Verzweifelung. Er wehrt sich, indem er sich selbst nicht zu ernst nimmt. Seine erfundenen Wesen, seine kleinen Monster, seine schamanistischen Figuren, seine Vögel entstammen - wie bei Klee - einem Zwischenreich. Hier kommt eine künstlerische Aussage zustande, die nicht über Intellekt und Theorie läuft, sondern unmittelbar aus dem seelischen Erleben hervorwächst. Ich kenne Herrn Matzdorf seit den frühen 70er Jahren als er mein Schüler in VHS-Kursen war. Schon damals nahm ich diese ganz besondere Art wahr, auf Eindrücke aus dem Leben umher satirisch, bissig und zugleich Witzig zu reagieren. Ein großes zeichnerisches Talent wurde mir schon damals sichtbar. Ganz global ausgedrückt, könne man seine Kunst als skurril und surrealistisch bezeichnen. Norbert Matzdorf ist ein Fabulierer, jedoch ohne epische Breite. Er erzählt keine Geschichten. Seinem Hang zum Erfinden, Tüfteln, Basteln, Spielen entspricht auch ein Gestaltungsfeld, das wir neben Bildern und Objekten hier vorgestellt bekommen: den Bau von Flugobjekten, sogenannten Drachen. Das Besondere daran ist, daß sie nicht nur fliegen, sondern künstlerisch gestaltet sind. Und man sollte wissen, daß Norbert Matzdorf in der Szene der Drachenbauer einen guten Namen hat. Aus all dem Gesagten mögen Sie ersehen, daß man diesen Künstler nicht so leicht in eine Schublade packen kann. Seine Vielseitigkeit ist für mich ein Indiz für die vielzitierte Kreativität. Ich habe diese Gedanken im Anschluss an einen Besuch bei Herrn Matzdorf vor mehr als 4 Wochen niedergeschrieben. Da hatte er die einzelnen Arbeiten quasi aus den Ecken hervorgeholt. Auch bekam ich nur einen einzigen Drachen zu sehen. Jetzt angesichst der beeindruckenden Fülle seiner schön präsentierten Arbeiten - kommen mir meine Gedanken etwas mager vor. Als ich am Freitag gegen Abend die Ausstellung zum ersten Male betrat, fühlte ich mich wie in eine andere Welt versetzt. Mir fiel angesichst der leuchtenden Pracht spontan Mexiko ein - die Kunst der alten Azteken, aber auch Mexiko heute: eine Fiesta - ein großes Fest für die Sinne. Ich muß gestehen: An Keath Haring denke ich bei Matzdorfs Arbeiten nicht. Und auch was James Rizzi betrifft, muss ich Gisbert Sander in seinem schönen Artikel vom Freitag widersprechen. Ich finde keine Zitate. Wohl kann man von einer Art Parallelität sprechen, von einer geistigen Verwandschaft, einer Ähnlichkeit der Künstlermentalitäten. Und ein letztes muss ich noch anfügen: Es befindet sich - entgegen meiner Behauptung ein Computerbild in der Ausstellung. Allerdings ist es nach meinem Besuch in seiner Wohnung vor 4 Wochen enstanden. Nun danke ich Ihnen ganz herzlich für Ihre Aufmerksamkeit. Und Dir, lieber Norbert, wünsche ich für Deine Ausstellung und Deine aufregenden Arbeiten viel Interesse und Zuwendung. Du verdienst ebenso viel Anerkennung, wie jene auf dem Kunstmarkt Erfolgreichen, die sich einbilden, sie hätten sich bereits einen festen Platz in der Kunstgeschichte gesichert. E. Wendler |
"Die Lust zu leben" Norbert Matzdorf stellt seine farbenfrohen Kunstwerke in der Stadthausgalerie aus. Malerei, Computerkunst und Drachen Von Gisbert Sander (Westfälischer Anzeiger 22. 6. 2002) Norbert Matzdorf ist Meister einer Kunst, die zu oft vernachlässigt wird: Er erfreut die Menschen und zwar mit seinen farbenfrohen Kunstwerken, die Lust zu leben machen. So lautet auch der Titel seiner bislang größten Ausstellung, die am Sonntag, 23. Juni, um 11.30 Uhr in der Stadthausgalerie, eröffnet wird. Der Beuys Schüler scheut sich nicht, in seinen Kunstwerken Malstile so berühmter Künstler wie James Rizzi oder Keith Haring zu zitieren und auf seine eigene Weise zu interpretieren. Da arbeitet Matzdorf mal filigran und detailversessen, mal puzzleartig, indem er die gezeichneten Figuren in, über und durcheinander verschachtelt. Zu sehen hat der Betrachter in Matzdorfs Bildern immer eine ganze Menge. Mit seiner Präsentation gibt der 51-Jährige einen Überblick über die vergangenen zehn Jahre seines Schaffens. Immerhin 76 Arbeiten stellt er aus, darunter allein 54 Bilder, aber auch zahlreiche Plastiken und als Hinweis auf seine zweite Leidenschaft einige Papierdrachen: "Fantadu auf Himmelblau" begrüßt den Besucher an der Stirnwand. daneben der riesige "Johannes" der mit den Augen wackeln kann und noch andere hervorstehende Qualitäten demonstriert... Sechs von zehn Papierdrachen hat Matzdorf hier an die Wand gehängt - allesamt aus Tyvek Spezial-Papier gefertigt und mit typischen Matzdorf-Kunstwerken verziert. Die "Zwitschermaschine" als Hommage in die bunte Vogelwelt taucht da ebenso auf wie der als Labyrinth dargestellte "Lebenslauf" oder die comicartige Löwenbande "Gang-Lion". Mit diesem Mammut-Drachen. der in voller Schönheit rund 100 Meter lang sein wird, nimmt Matzdorf im August an den Deutschen Meisterschaften im Drachenflug teil, die in Melle bei Osnabrück ausgetragen werden. Das Prinzip, Bilder zu zerschneiden. um sie in neuen Zusammenhängen zu zeigen, zu collagieren und zu konstruieren, findet sich in zahlreichen Bildern Matzdorfs. Das gilt für die ältesten der hier präsentierten Werke mit schwarzem Hintergrund ebenso wie für das neueste: Sein "Positive Negation" zeigt, dass Matzdorf Avantgarde ist. Hier setzt er neueste Computertechnik ein, ohne auf seine traditionellen Motive und Farben zu verzichten. In dem digitalen Ausdruck verwischen sich die Motive ganz bewusst in einer Rechtsdrehung. Das darauf konstruierie kleinere Bild nimmt die Bildaussage des größeren seitenverkehrt wieder auf. Darüber hinaus sind Beispiele verschiedener Werkphasen zu sehen, darunter der an indianische Malkunst erinnernde Primitivismus und die zahlreichen Plastiken von denen einige allerdings erst unter Schwarzlicht all ihre Effekte preisgeben würden. "Die Lust zu leben" hat Matzdorf seine Ausstellung genannt, weil sie programmatisch ist für seine Arbeiten und für seine Lebensphilosophie und weil Max Ernst ein Bild mit demselben Titel gemalt hat. Zur Eröffnung wird es übrigens auch lebendige Kunstwerke geben: Die Musiker der Bluesband "Kicking up dust" staffiert der Künstler mit gestalteten Maler-Overalls aus. Nach der Begrüßung durch Ulrich Weißenberg spricht der Künstler Eckhart Wendler die Einführung. |
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| Künstler mit Turbo-Lader Norbert Matzdorf zeigt in der Stadthaus Galerie Bilder und Skulpturen zum Thema "Die Lust zu leben". Viel Hintersinniges ist zu entdecken Von Evelin Oertelt (Westfälischer Anzeiger 25.6. 2002) Es hatte sich offensichtlich herumgesprochen. dass die Ausstellung von Norbert Matzdorf nicht nur erwachsene Kunstfreunde anspricht, denn am Sonntag befanden sich in der Stadthaus Galerie unter den rund 60 Besuchern auffallend viele Familien, um gemeinsam mit ihren Sprösslingen die Vernissage zu erleben. Die gestaltete sich eher als "Event" denn als feierliche Ausstellungseröffnung. Selbst die fünf Bandmitglieder von "Kicking up dust" die die Thematik musikalisch in fetzige Rock'n Roll Rhythmen umsetzten, wurden nicht nur akustisch aktiv: Sie erfreuten auch das Auge durch ihre vom Künstler knallbunt bemalten Overalls. Ulrich Weißenberg vom städtischen Kulturbüro hob die beinahe erschlagende Farb und Formenvielfalt in ihrer Zwei- und Dreidimensionalität hervor und freute sich über die "Power-Ausstellung" eines Künstlers mit "Turbo Lader". Künstler Kollege Eckhart Wendler betonte Matzdorfs rnenschliche Bescheidenheit bei großer künstlerischer Potenz als angenehme Ausnahme in der heutigen Kunstler-Szene. Mit unerschöpflicher Kreativität und großer Experimentierfreude entstehen qualitätvolle Arbeiten mit eigenem Stil, so Wendler. Obwohl er Anregungen anderer Künstler verwende, schaffe er einen eigenen Bildteppich, dessen bunte oder auch grellen Farben in die Tiefe gehen. Aus ihnen spreche eine kindliche Lebensfreude, die mit ihrem Hintersinn nicht an der Oberfläche verweile, sondern gesellschaftskritische Satire offenbare. Beispielhaft macht laut Wendler die bissige Collage "Mäusegeneral" deutlich: Trotz zahlreicher militärischer Orden bleibt Maus eben doch nur Maus. Die ausgestellten Werke zeigen Matzdorfs handwerkliche Vorgehensweise, die Talent, Können, Fleiß und Auseinandersetzung mit dem Material addiere. Der Betrachter fühle sich in eine andere Welt versetzt, der die leuchtende Pracht der Atzteken das Vorbild liefere. Matzdorfs Freude am Erfinden, Tüfteln, Basteln und Spielen zeigt der Künstler auch durch die Herstellung flugtauglicher Drachen. die ebenso witzig und skurril wie seine Bilder und Plastiken sind. Obwohl es in allen Exponaten viel Hintersinniges zu entdecken gibt, eignen sie sich auch vorzüglich als Einstieg in die Kunst für die Kleinen. Ein Bild, das durch drei Uhrwerke "lebende" Collagen produziert, erstaunt und begeistert ebenso wie eine Drachenskulptur, die - statt still auf ihrem Podest zu stehen - auf dem Boden allerlei drollige Bewegungen vollführt, Kinder fühlen sich von Matzdorfs Werken auf ihrer eigenen Gefühlsebene angesprochen. Sie empfinden dessen künstlerische Aussage, ohne sie rational verstehen zu müssen. |
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Bilder für den Himmel KUNST Norbert Matzdorf bastelt fliegende Kunstwerke und nimmt mit seinen Drachen an den Deutschen Meisterschaften teil Künstler kennen das: Da investiert man Stunden, Tage und Monate in seine Werke und wenn die Ausstellung der liebsten Stücke dann endlich eröffnet wird, bleibt die Menge an Besuchern überschaubar. Auch Norbert Matzdorf investiert viel Zeit in seine Werke, doch über einen Mangel an öffentlichem Interesse kann sich der 51 Jährige aus dem Hammer Osten wahrlich nicht beklagen. Matzdorf malt nämlich nicht "nur" einfach Bilder, sondern lässt diese als Drachen in die Lüfte steigen. Und das wollen Zehntausende miterleben. Seit sechs Jahren schon verbindet der Multimedia-Designer die handwerkliche mit der gestalterischen Kunst. Sein Schwager, Vorsitzender bei den Drachenfreunden Hamm e.V., weckte das Interesse. Und auf Anhieb landete das neue Vereinsmitglied beim Nachtfliegen in Lünen, zu dem alljährlich bis zu 30.000 Zuschauer pilgern, den siebten Platz. "Es geht mir aber mehr ums Künstlerische als ums Sportliche", erzählt Matzdorf. Es folgten drei Teilnahmen an den Deutschen Meisterschaften und dreimal belegte der Hammer den vierten Rang. Und auch wenn ihm Platzierungen nicht ganz so wichtig sind, so hofft Matzdorf doch beim vierten Anlauf am 24. August in Melle bei Osnabrück erfolgreicher zu sein. Dafür bastelt er derzeit an einer Drachenkette mit bis zu zehn Drachen. Sechs der 90 mal 130 Zentimeter großen Drachen in "Della Porta" Form hat Matzdorf mit Wachsstiften fertig bemalt. Am Ende wird die insgesamt 50 bis 70 Meter lange Kette rund 14 Quadratmeter Segelfläche aufweisen. Ein Bodenanker wird von Nöten sein, damit das Kunstwerk nicht im wahrsten Sinne des Wortes ungewollt fliegen geht. "Fantadu auf Himmelblau" (der Künstler mit der Phantasie auf Du und Du) ist der Name des Flugkunstwerkes. Seine "Bilder für den Himmel" stellt Matzdorf übrigens demnächst ganz konventionell in der Stadthausgalerie aus. Vielleicht kommen dann ja fast so viele Leute wie draußen" |
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Künstler in Hamm Bilder fürs Schwarzlicht Norbert Matzdorfs Malerei zeichnen intensive Farbigkeit und Fantasie aus. Schamanenmaske, Computerkunst und Drachen-Kreationen Von Gisbert Sander (Westfälischer Anzeiger Mai 2002) Norbert Matzdorf hat Sinn für Humor - entsprechend skurril sind die Einfalle für die beweglichen Objekte, die er mal aus ausrangiertem Spielzeug seines Sohnes erstellt, für die er sich aber auch nicht scheut, einen Vibrator als Antrieb zu nutzen. Aus letzterem wuchs ein beflügelter Engel, der sich ballerinenhaft bewegt; ein Spielzeughund erinnert an ein außerirdisches Wesen mit Drachenrücken. So grell wie die Objekte sind auch die Farben. die der 50-Jährige benutzt: Schwarzlichtfarben sind es vor allem, die bei entsprechender Beleuchtung fluoreszieren. In dieser speziellen Technik malt er auch und stellt Obiektbilder her, die in Farbigkeit und Dreidimensionalität an James Rizzi erinnern - übrigens ein Künstler, den Matzdorf ebenso wie Max Emst sehr verehrt. Auch wenn Matzdorf in seiner Malerei dem Figurativen verbunden ist, haben die Motive kaum etwas mit der Realität zu tun. Vom Surrealismus kommend, hat er sich zu einer farbintensiven, fantasievollen Malerei entwickelt, die oft Gesichter, dann wieder Fabelwesen zeigen. Assoziationen an die Bildwelten von Inka und Maya, die sich besonders bei diesen Gesichtern ergeben, erklärt der gelernte Schriftsetzer mit einem Besuch im New Yorker Museum of Natural History, dessen SammeIschwerpunkt ihn besonders beeindruckte. Doch allein darauf ist Matzdorfs Kunst nicht zu reduzieren. Es gibt kaum etwas, das ich nicht ausprobiert habe, sagt er - und hat mit der Ausstellung in seiner Wohnung den besten Beweis: großformatige Pastellbilder mit Fabelween gibt es da, Collagen aus Zeitungsausschnitten oder Kalenderblätter, die er so coloriert hat. dass der Eindruck eines Urwaldes entsteht. Und für die Schamanenmaske musste Ehefrau Gabi ihre lederne Handtasche opfern. Dann wieder tauchen Puzzleteile auf, die er in seine Malerei integriert - oder er zerschneidet kurzerhand eines seiner Bilder, um es in vielen kleinen Quadraten neu zusammenzusetzen. Mittlerweile experimentiert er mit dem Computer, um mit dem wohl neuesten Medium Kunstwerke zu erstellen. Ins Überdimensionale wachsen Matzdorfs Arbeiten schließlich, wenn er sich seinem anderen Hobby widmet - dem Drachenbau. Für ebenso faszinierende wie filigrane Bauten hat er deutschlandweit bereits Preise eingeheimst. Entwickelt hat er sich irn Grunde autodidaktisch: Ein Studium bei Joseph Beuys, das er 1970 begann, hielt er nicht lange durch: Beuys war zu selbstverliebt und hatte kaum Zeit, erinnert er sich. So wählte er einen Beruf, der mit seiner Berufung zusammenhängt: Er wurde Grafiker. Mittlerweile ist er als Multimedia-Designer tätig und bietet übrigens auch anderen Künstlern an sich auf seiner Internet Seite www.galeriesmart.de (inzwischen abgemeldet) zu präsentieren - weitgehend kostenfrei. |
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| Sinn fürs Skurrile hat Norbert Matzdorf, der auch mit Schwarzlichtfarben malt. Foto: Allan |
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Grinsende Drachen und Wesen mit Kopf-Antennen Verspielte Kunst zum Träumen und Lachen Ausstellung von Norbert Matzdorf in der Krane Galerie Von M. BERBALK (Westfälischer Anzeiger 28. 9. 1998) Rasend schnell drehen sich die kleinen schwarzen Gestalten auf dem roten Schirm. Die ungewöhnliche Drachenkonstruktion besticht durch ihre aufwändige und doch ultraleichte Gestaltung. "Damit kann der Drachen auch bei Dunkelheit in die Luft steigen“, erklärte Norbert Matzdorf. Erstmals widmet er den Windvögeln eine eigene Austellung, deren Eröffnung am Freitagabend in der Galerie bei Optic Krane an der Weststraße große Resonanz fand. Skurril und schrill sind die zahlreichen Objekte und Bilder. Matzdorf lässt sich in keine bestimmte Stilrichtung pressen, sondern geht spontan, benahe kindlich verspielt mit dem Thema um. Grinsende bunte Drachen fliegen am blauen Himmel, die Zeiger eines Uhrwerkes ticken in der Mitte farbenfroher Landschaften. Mittels reflektierender Materialien wirken die Bilder, die sich in einem abgedunkelten Raum befinden. Mythisch und der Realität entrückt. Träumen und Lachen soll der Besucher, wenn er die zum Teil überzeichneten Phantasiegestalten betrachtet. So rückt der Titel der Ausstellung "Licht am Ende des Tunnels" weit ab von Zukunftsängsten. "Norbert Matzdorf hat sehr schnell entdeckt, dass Kunst keineswegs schwer verdaulich, unverständlich und deshalb Iangweilig sein muss" betonte Lothar Jahn, ein Freund des Künstlers, in seiner Eröffnungsrede. Besonders die Plastiken "Die neuen Wilden" verdeutlichen durch ihre verrückte wie humorvolle Gestaltung pure Lebensfreude: Da grinst ein rotzfrecher kleiner Drache oder tanzt eine katzenartige, knallbunte Figur mit gelben Antennen auf dem Kopf. "Diese Skulpturen habe ich in einer Nacht gemacht". erzählt der Künstler seinem staunenden Publikum. Diese Energie findet sich in jedem seiner Werke wieder. Musikalisch begleitet wurde die Ausstellung vom Saxophonisten Rüdiger Wilke, der das Publikum mit verschiedenen Klangfarben verzauberte und die Vielfältigkeit der ausgestellten Objekte hervorragend ergänzte.. |
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| Lothar Jahn war wichtiger Partner der Eröffnungs-Performance, der - als der der Künstler in rasender Geschwindigkeit das im Spiegel sichtbare Publikum mit einem Glas-Marker abzeichnete - die Ansprache hielt, die mit einem Gelächter vom Band und in dem fensterlosen Raum mit absoluter Dunkelheit endete. | ||||||||||||||
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1976 Ausstellung Neue Galerie, Hilpert Theater Lünen Galerie zeigt Sehenswertes Drei Künstler stellen sich vor - "Malerei im Glashaus" LÜNEN. "Kunst ist schon immer Zuflucht und Freistatt für Aufrührer gewesen, die zumeist ohnmächtig waren, ihre Oppositionslust anders auszudrücken als in Farben und Worten." Postularisches Selbstzeugnis und Ausdruck des geistigen Standortes von Klaus Marquas, der gemeinsam mit Theo Laukmann und Norbert Matzdorf in der "Neuen Galerie" im Hilpert Theater ausstellt. Frage: Wenn anstelle von Opposition aus erkannter Notwendigkeit dieselbe lustbetont praktiziert wird, welche Konsequenzen hat das dann in bezug auf die Malerei eines heutigen Künstlers? Klaus Marquas erteilt die Antwort auf seine Weise: Mit absichtsvollen und zuweilen inhaltlich überdrehten Schocks brüskiert er Konventionen, kratzt am Teint gesellschaftlicher Neuralgien und streut darüber hinaus eine Menge Nachrichten aus, zum Beispiel über die eigene Verletzlichkeit. Malerei im Glashaus mithin. Ahnlich, jedoch eine Spur zurückhaltender und disziplinierter, verhält sich die Malerei Norbert Matzdorfs. Weniger lustvolle Opposition, dafür mehr nützliche Reflexion. "Der bedrohte Traum", "Angst essen Seele auf" und "Runter kommen sie immer" sind Titelverweise auf Psychodramen, die in jedermann angelegt sind. Der Jüngste in der Runde, Theo Lauckmann, auf der Suche "nach Freiraum für uneingeschränkte individuelle Aussage". Ein Hauch von Resignation durchweht seine Malerei - ein früh Getäuschter und Entäuschter macht sich Luft. |
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| Nachrichten über die eigene Verletzlichkeit. Künstlergruppe "Netzhaut": Klaus Marquas, Theo Lauckmann und Norbert Matzdorf | ||||||||||||||